Der dänische Wohlfahrtsstaat ist durch ein universalistisches Wohlfahrtsstaatsmodel gekennzeichnet, das auf den Grundprinzipien der Solidarität und der gegenseitigen Verantwortung basiert. Das universalistische Prinzip bedeutet, dass die Leistungen des Wohlfahrtsstaates für alle gleich sind und der Staat für viele Wohlfahrtsaufgaben verantwortlich ist, die in anderen Ländern zum Beispiel von der Familie oder den Kirchen übernommen werden.
Die Beschäftigungs- und Bildungspolitik sowie auch die Sozialpolitik und darunter die staatliche Krankenversicherung sind Ecksteine des dänischen Sozialstaates. Um die vielfältigen staatlichen Leistungen zu finanzieren, ist die Besteuerung in Dänemark vergleichsweise hoch. Der Wohlfahrtsstaat basiert auf einer progressiven Besteuerung, die dazu beitragen soll, dass die Ungleichheit zwischen Reich und Arm gering ist. Die Idee ist, dass die „breitesten Schultern die schwerste Last tragen“.
Das dänische System zeichnet sich zudem durch die Idee von „Flexicurity“ aus – eine Verbindung von hoher Flexibilität und hoher Sicherheit. In Bezug auf den Arbeitsmarkt bedeutet dies, dass erstens die Unternehmen über Flexibilität bei der Produktionsplanung verfügen, unter anderem durch die Anstellung oder Entlassung von Mitarbeitern, sodass die Mitarbeiterstärke laufend dem aktuellen Bedarf entspricht. Zweitens verfügen die Arbeitnehmer über eine hohe Beschäftigungs- und/oder Einkommenssicherheit, die unter anderem einer hohen Arbeitslosenunterstützung entstammt. Die Flexibilität resultiert vor allem aus dem Kündigungsschutz, der in Dänemark von den Tarifparteien festgelegt wird.
Ein Grundzug des dänischen Arbeitsmarktmodells ist das Gleichgewicht zwischen gesetzlichen Regelungen und Absprachen zwischen den Tarifparteien. Das Modell basiert darauf, dass der Gesetzgeber es den Tarifparteien überlässt, eigene Lösungen zu finden. Dabei ist es besonders wichtig, dass in Dänemark ein hohes Vertrauen zwischen den besteht. Die Tarifparteien sind sich einig, so viele Entscheidungen wie möglich auf die einzelnen Betriebe zu verlagern. Hier herrscht ein enges Zusammenspiel zwischen den Unternehmensleitungen und den von den Mitarbeitern gewählten und von den Gewerkschaften angenommenen Vertrauensleuten. Im dänischen Modell herrscht ein hohes Maß an Freiheit, die Lösungen zu finden, die am besten für den jeweiligen Betrieb passen.
Weitere Informationen können Sie auch auf der offiziellen Homepage Dänemarks finden.